Hawks chancenlos
Es wird wieder eine lange Nacht für Sportsnewser Prywo, denn nachdem er in der ersten Runde von der Serie der Boston Celtics gegen die Chicago Bulls berichtete, geht es nun um die Begegnung der Cleveland Cavaliers gegen die Atlanta Hawks. Im Kader der Cleveland Caveliers steht der vielleicht derzeit beste Spieler der NBA – der „King“, „The Chosen One“ – Lebron James, der so natürlich unter besonderer Beobachtung steht. Das Team aus Atlanta setzt vor allem auf die Performance ihres „Scharfschützen“ Joe Johnson. So ist die NBA: Hier spielen nicht nur zwei Teams gegeneinander, sondern es geht vor allem um die großen Duelle der ausgezeichnetsten Basketball-Athleten der Welt.
Kurz vor dem Spiel nimmt LeBron James noch offiziell die Trophäe als Most Valuable Player entgegen. Die erste Aktion des Spiels gehört dann auch gleich LeBron, der das Spiel mit einem Slamdunk eröffnet und die Defense der Hawks wie eine C-Jugendmannschaft aussehen lässt (allen voran seinen Verteidiger Joe Johnson). James gelingt im ersten Viertel fast alles – geniale Wurfquote – und lässt die Gegenspieler wie Statisten dastehen. Dagegen halten die Hawks einen soliden Team-Basketball. Forward Josh Smith hat einige gute Aktionen, wenn er zum Korb zieht. Doch dank LeBron gewinnen die Cavs das erste Viertel 25:21.
Nach drei Minuten übernehmen im zweiten Viertel LeBrons Mitspieler (Dreier Wally Szczerbiak); der King bekommt eine Auszeit. Die Hawks haben hingegen erst einen einzigen Korb verwandelt, die Cavs schon 9 (34:22). Atlantas Routinier Mike Bibby ist schließlich der erste, der sein Händchen und seine Nerven wieder im Griff hat und jenseits der 7,25m für Drei verwandelt. Die Cavs verlieren etwas den Faden; Atlanta kommt Punkt um Punkt heran (6. Spielminute: 37:30). Das Spiel plätschert so vor sich hin – kein Vergleich zu der Serie der Celtics gegen die Bulls in der ersten Playoff-Runde. Zwischen der siebten und elften Spielminute können die Hawks bis auf 4 Punkte aufschließen (auf 41:45). Einige Turnovers später sind sie aber wieder da, wo sie angefangen haben mit ihrer Aufholjagd (41:49). Glück für die Hawks, dass sie den alten Hasen Mike Bibby (wird am 13. Mai 32 Jahre alt) in ihren Reihen haben, denn der verwandelt 10 Sekunden vor der Halbzeitpause seinen vierten (4/4) Dreier des Spiels zum 44:49. Von den 49 Cav-Punkten scort LeBron James 22.
Es bleibt also doch nur ein kleiner Vorsprung, der den Cavs zur Halbzeit bleibt. Allerdings sah es auch so aus, dass mit jeder Führung die Cavs einen Gang zurückschalteten. Die Intensität in der Defense fehlte – was LeBron dann auch in der Pause kritisierte. Auf beiden Seiten flutschte der Ball wie Gleitgel aus den Händen mancher Spieler: Turnovers, Turnovers, Turnovers waren die Folge. Bisher also eher kein spannendes Basketspiel von hoher Qualität, das da geboten wird. Unterhaltungswert haben LeBrons Aktionen. Unglaublich, was für ein kompletter Spieler das ist: Er scort, wirft (UND trifft hochprozentig), dribbelt perfekt und zeigt seine einzigartige Dynamik, wenn und wie er zum Korb geht.
Nach drei Minuten im dritten Viertel – von dem Michael Air Jordan mal sagte, dass in diesem die meisten Spiele entschieden werden – haben die Cavs ihren Vorsprung auf 10 Punkte ausgebaut, nachdem Delonte West einen Dreier versenkte (56:46). Auszeit Hawks. Nach 6 Spielminuten steht es 61:52 für die Cavs. LeBron ist überall, auch in der Defense. Einen zwei-gegen-eins Fast-Break unterbindet er, indem er den Angreifer Joe Johnson auflaufen lässt und so das Offensiv-Foul zieht. Neben James kann übrigens auch Mo Williams (bereits 13 Punkte) überzeugen. Bei den Hawks streut Joe Johnson dann mal wieder einen Dreier ein. In der Defense ist er mit LeBron überfordert. In der neunten Spielminute wir Cav-Center Zydrunas Iglauskas dumm unter dem Korb gefoult (70:58 für Cleveland) – auch mit Iglauskas wirkt der georgische Center der Hawks Sasa Patschulia. Wally Szczerbiak meldet sich mal wieder mit einem Dreier zur bisher höchsten Cavs-Führung des Spiels (74:59). Die letzten Aktionen des Viertels gehören dann wieder King James: Der dribbelt seinen Verteidiger (jetzt darfs mal Marvin Williams versuchen) aus, macht einen Spin-Move und legt den Ball mit Foul dort hinein, wo er hingehört, womit die Cavs nun mit 16 Punkte zum Ende des dritten Viertels (77:61) führen.
Noch nicht einmal drei Minuten sind gespielt und Mo Williams versenkt in traumwandlerischer Sicherheit einen Dreier zum 82:61. Die Atlanta Hawks haben einfach „no chance“. Endstand: 99:72.
Cleveland ist das heimstärkste Team in der NBA. Außerdem wurde in den vergangenen drei Jahren gute Spieler nach Cleveland gelockt (wie Joe Smith von den Oklahoma Thunder oder den alten Reisenden „Big Ben“ Wallace – sind beides zwar nicht mehr die jüngsten, aber bringen Erfahrung und Ben Wallace auf jeden Fall Physis ins Spiel. Hinzu kommen die starken Distanzschützen wie Maurice „Mo“ Williams oder Wally Szczerbiak und mit Zydrunas Iglauskas ein erfahrener Big Man). Also keine Frage: Die Cavs waren in diesem Spiel der Favorit und wurden dieser Rolle jederzeit gerecht. Die Hawks sind so etwas wie das Überraschungsteam der Liga. Kaum jemand hätte gedacht, dass sie und nicht die Miami Heat in diese Runde der Playoffs einziehen werden. Aber in dieser Runde ist Schluss für die Atlanta Hawks.
Top-Scorer Cleveland: LeBron James (34 Pkt. / 10 Reb. / 4 Steals), Mo Williams (21 Pkt.), Delonte West (13 Pkt. / 9 Ast.)
Top-Scorer Atlanta: Josh Smith (22 Pkt.), Mike Bibby (19 Pkt. / 8 Ast.), Joe Johnson (11 Pkt. / 6 Ast.)
| NBA Playoffs 2009: Welche Mannschaft zieht ins Eastern Conference Final ein? |
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