Im sechsten Spiel der Best-of-Seven-Serie der ersten Runde der NBA Playoffs 2009 gewinnen die Chicago Bulls nach dreifacher (!) Verlängerung 128:127 gegen die Boston Celtics. Damit steht es in der Serie 3:3. Das entscheidende siebte Spiel findet morgen in Boston statt.
Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass diese Serie die beste und spannendste Begegnung der ersten Runde der NBA Playoffs ist. Das sechste Spiel der Chicago Bulls gegen die Boston Celtics im United Center hat dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wie in Spiel 5 kann sich über das gesamte Spiel keine der beiden Mannschaft eine ernsthafte Führung erkämpfen: Einmal ist Chicago vorne (3. Viertel: 83:75) und es liegt an Boston, den Rückstand aufzuholen, dann ist wieder Boston vorne (4. Viertel 9. Spielminute: 99:91) und Chicago an der Reihe mit der Aufholjagd.
Zum Ende des 4. Viertels führt Boston mit 101:96. Es sind noch 70 Sekunden in der regulären Spielzeit auf der Uhr als ausgerechnet Center Brad Miller einen Dreier zum 99:101 versenkt und den darauffolgenden Angriff zum Korb zieht und das Spiel auch noch ausgleicht. Den nächsten Angriff kann Boston nicht verwandeln: Paul Pierce verwirft von nahezu der Position, von der aus er in Spiel 5 noch den entscheidenden Wurf des Spiels getroffen hatte.
Beim Stand von 109:109 zum Ende der ersten Overtime hat wieder Paul Pierce die Chance, den Sack zu zu machen, aber kann auch diesen Distanzwurf nicht verwandeln. Es geht in die zweite Verlängerung: Ein Dreier von Chicagos John Salmons bringt drei Minuten vor Schluss nun die Bulls in Führung (114:113), welche sie auf 118:115 ausbauen können. Doch es ist wieder ein „Big Shot Three Pointer“ von Boston – diesmal von Ray Allen – der sieben Sekunden vor Schluss das Spiel erneut ausgleicht (118:118).
In der dritten Overtime ist es dann ausgerechnet wieder Paul Pierce, dem 40 Sekunden vor Spielende ein gravierender Fehler unterläuft, als er zum Korb ziehen will, aber dann den Ball verliert, denn einer hat richtig gut aufgepasst: Chicagos Forward/Center Joakim Noah. Der klaut Paul Pierce den Ball, geht Coast-2-Coast und vollendet per Slam-Dunk zum 125:123 für Chicago. Dabei wird Noah auch noch vom mit zurück rennenden Pierce gefoult: „And1″ (126:123)! Doch immer noch ist nichts entschieden: Zehn Sekunden sind noch zu spielen, die Bulls führen mit einem Punkt 128:127. Bostons Rajon Rondo will es wissen, geht Richtung Korb, will werfen – und wird von Derrick Rose geblockt. Damit ist die Entscheidung im siebten Spiel gefallen und die entgültige Entscheidung, welches dieser beiden Teams in die nächste Runde einzieht, auf Samstag vertagt.
Ein Name, der noch ausdrücklich erwähnt werden muss, ist Ray Allen. Der „kleine“ der „Big Three“ (Allen, Pierce, Garnett), drehte in diesem Spiel ganz groß auf: 51 Punke, 5 Rebound, 3 Assists und 3 Steals verzeichnet am Ende die Statistik. Dazu kommt der wichtige Dreier, der Boston überhaupt erst die dritte Verlängerung ermöglichte. Vielleicht hätte in diesem Spiel lieber Ray Allen und nicht Paul Pierce oder Rajon Rondo, die entscheidenden letzten Würfe bekommen sollen – wer weiß, wie das Spiel dann ausgegangen wäre…
Top Scorer Chicago: John Samlmons (35 Pkt.), Derrick Rose (28 Pkt., 7 Ass.), Brad Miller (23 Pkt., 10 Reb.)
Top Scorer Boston: Ray Allen (51 Pkt.), Glen Davis (23 Pkt.), Paul Pierce (22 Pkt.)
| Boston Celtics vs. Chicago Bulls – Wer gewinnt Spiel 7 ? |
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