NBA Playoffs 2009 „live“: Boston Celtics gegen Chicago Bulls

Sportsnewser Prywo legte heute mal eine Nachtschicht ein, um sich das fünfte Spiel der ersten Runde der Playoffs in der Serie der Boston Celtics gegen die Chicago Bulls (2:2) anzuschauen. Hier seine Bericht…

Chicago Bulls gegen den amtierenden Meister, die Boston Celtics. Das ist für mich die Begegnung eines Mannes – nämlich meines Lieblingsspielers Paul Pierce (23,5 Pkt. pro Spiel in den Playoffs) – gegen eines meiner Lieblingsteams der NBA.

Bisher eine sehr ausgeglichene Best-of-Seven-Serie. Boston fehlt jedoch mit Kevin Garnett einer ihrer wichtigsten Spieler, der vergangene Saison maßgeblich dazu beigetragen hat, die Meisterschaft zu gewinnen. Chicago hat sich über die Jahre stetig weiter entwickelt und verfügt nun über einen soliden Kader mit Ben Gordon (24,8 Pkt. pro Playoff-Spiel) als Leader und seinem „Adjutanten“, den jungen Guard Derrick Rose (19,5 Pkt, 7,2 Ass.). Ein interessantes Duell der Begegnung wird das Aufeinandertreffen von Derrick Rose und Bostons Aufbauspieler Rajon Rondo sein, seines Zeichens der zweitbeste  Scorer der Celtics, von dem Charles Barkley – der neulich übrigens wegen Alkohol am Steuer verhaftet wurde (Welt) – sagt, er sei der beste Spieler des Teams.

Wie zu erwarten verläuft das 1. Viertel sehr ausgeglichen. Beiden Teams unterlaufen in den Anfangsminuten viele Turnovers. Den ersten Wurf verwandelt Paul Pierce jenseits der 7,25 für 3. In der sechsten Minute des Spiels zieht Bostons Rajon Rondo Coast-2-Coast und vollendet mit einem schönen Slam – die Fans im Garden flippen aus. Boston kann sich aber nie richtig absetzen. Als sie gegen Ende des ersten Viertels einmal auf 17:12 leicht davonziehen verwandelt Rose kaltschnäuzig einen Dreier aus der Corner. Zum Ende des Viertels steht es 23:21 für Boston.

Auch im zweiten Viertel begegnen sich die Teams auf Augenhöhe. Die Aufbauspieler Rose und Rondo verteidigen einander direkt Man-2-Man und bekämpfen und behaken sich. Rondo wirft 5/11 aus dem Feld und geht mit 10 Punkten und drei Assist als Top-Scorer seines Teams in die Halbzeitpause, Rose kann 6 Punkte und 3 Assists für Chicago erzielen – die erste Runde geht also an Rondo. Bei den Bulls läuft aber ein ganz anderer heiß: Kirk Hinrich (schon jetzt14 Punkte). Halbzeitstand 47:44 für Chicago.

Halbzeit. Können die Chicago Bulls dieses Spiel in Boston etwa gewinnen? Dieser Auswärtssieg könnte für die Bulls das Ticket in die zweite Runde bedeuten…Wir können gespannt sein, was die Celctic nun dagagensetzen. Die Erfahrung der Mannschaft spricht dafür, dass die Celtics diese drei Punkte Rückstand nicht unbedingt aus der Ruhe bringen werden…

Und so ist es auch: Boston spielt seinen Stiefel und kommt zum Ausgleich. Doch Chicago bleibt weiterhin knapp vorne. Drei Minuten vor dem Ende des dritten Viertels liegt Boston mit 2 Punkten zurück. Dann sind es aber weder Paul Pierce oder  Rajon Rondo, die aufdrehen, sondern ein anderer: „Big Baby“ Glen Davis, (so benannt, weil er zur Highschool-Zeit leicht übergewichtig war und ein Babyface hat) der zuerst einen Dreier versenkt und im darauf folgenden Fast-Break-Angriff gleich noch einen Korb mit Foul zur Führung für Boston hinterher legen kann. Doch das alles reicht nicht gegen starke Bulls. Chicago kann mit einer knappen 70:66-Führung ins letzte Viertel gehen.

Boston wirkt etwas müde. Die Serie sitzt den Spielern wohl schon in den Knochen. Chicago kann auf 77:69 davonziehen. Die Bulls bekommen viele Offensiv-Rebounds und zweite Wurfchancen, auch  dank Joakim Noah. Doch 6 Minuten vor Spielende nehmen dann doch wieder die Go-2-Guys der Boston Celtics das Heft in die Hand – Bumm: Dreier Rondo, bumm: Dreier von Altstar Ray Allen. Chicago plötzlich nur noch 3 Punkte vor… Noch drei Minuten zu spielen: Chicago führt 89:85… Dann 2 Punkte von Center Kendrick Perkins, also noch 2 vor für Chicago (89:87) – Auszeit Chicago (klar)… Boston versucht es mit einer Zonenverteidigung; das funktioniert auch ganz gut: Zwei wilde Würfe von den Bulls, aber: Auch zwei Offensiv-Rebounds. Beim dritten Versuch verwandelt Derrick Rose… Noch 1:13 zu spielen: Paul Pierce gleicht aus zum 91:91… Derrick Rose rutscht an der Baseline aus, der Ball kullert ins Aus; noch 50 Sekunden zu spielen… Ray Allen verweigert den Dreiern und passt auf Rondo unter den Korb. Der ist offenbar so verwundert, dass ihm sein Gegenspieler einen Meter Platz lässt, dass er den Ball völlig verlegt – Airball… Auf der anderen Seite vewandelte Ben Gordon einen unausbalancierten, sehr schwierigen Mitteldistanzwurf: 93:91 für Chicago… Doch 10 Sekunden vor Schluss ist es – wer könnte es anderes sein – Paul Pierce, der für den Ausgleich sorgt und sein Team in die Overtime rettet.

Verlängerung… Chicago lässt einfache Punkte liegen… Pierce und Rondo punkten an der Linie… 98:95 für Boston bei 2:30 Minuten noch zu spielen… Killer-Crossover von Forward Ben Gordon, der wird gefoult und geht an die Linie… Boston 98, Chicago 97… Rondo mit 2/2 Freiwürfen… Ben Gordon zieht in die Zone, aber immer noch ein Punkt-Führung für Boston (100:99)… Dann erhöht „Mr. Crunchtime“ Paul Pierce auf 104:101 für sein Team… Darauf folgt ein dummes Foul von Ray Allen an Ben Gordon; dieser steht auch noch hinter der Dreierlinie und befindet sich im Wurf. Bumm: Drei Freiwürfe für den exzellenten Freiwurfschützen Ben Gordon, der sodann auch alle drei Freiwürfe zum Ausgleich (104:104) verwandelt… 25 Sekunden noch auf der Spieluhr… Und wem gehören diese Momente? Richtig! Paul Pierce – wem sonst. Der lässt zunächst die Uhr auf 9 Sekunden herunterticken; er will das eins-gegen-eins gegen Ben Gordon… Pierce tritt kurz an, und setzt aus etwa sechs Metern einen Distanzwurf an – Money: 2 Punkte … Doch das war es immer noch nicht… Brad Miller zieht zum Korb und wird in letzter Sekunde gefoult… Die Chance zum Ausgleich… Die er aber nicht nutzt.

Und so gewinnen die Boston Celtic letztendlich doch noch mit 106:104 zu Hause gegen die Chicago Bulls. Der überragende Mann des Spiels: Paul Pierce, der allein 14 seiner 26 Punkte im vierten Viertel und der Verlängerung erzielte. Damit führen die Celtics in dieser Best-of-Seven-Serie nun mit 3:2. Eine Vorentscheidung? Wohl kaum. Diese Serie bleibt völlig offen und könnte gut – und wenn hier weiter so spannender Spitzenbasketball geboten wird auch gerne – über sieben Spiele gehen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich Boston beim nächsten Auswärtsspiel in Chicago im United Center anstellen.

Top-Scorer Boston: Rajon Rondo (28 Pkt., 11 Ass., 6 Reb.), Paul Pierce (26 Pkt.)

Top-Scorer Chicago: Ben Gordon (26 Pkt.), Joakim Noah (11 Pkt., 17 Reb.)

3 Antworten

  1. Das Spiel hat es mal wieder bewiesen: Paul Pierce is da man!!! Vielleichth kein LeBron oder Bryant, aber ein Winner und Kämpfer.

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