
Sabine Lisicki in Berlin07
Nachdem die 19-jährige letzten Sonntag ihren 1. Turniersieg auf der WTA-Tour erringen konnte, überschlägt sich die Presse mit Lob und großen Voraussagungen.
Die Bild gibt ihr schon den Spitznamen von Boris Becker: Fräulein Bum Bum. Bei Sport1.de macht die junge Dame Freudensprünge in eine große Zukunft. Auf der Seite von der ARD wird gar gefragt, ob sie die neue Steffi Graf ist. Dadurch wird eine nicht gerade geringe Last auf die Schultern Sabines aufgeladen. Ein Sieg und sofort wird sie mit unseren Größten verglichen. Verwunderlich ist das allerdings nicht, schaut man sich die Schlagzeilen zu Formel-1 Jungspund Sebastian Vettel an. Der ist auch schon der nächste Schumi.
Allerdings wurde der Graf-Vergleich von der Fed-Cup Teamchefin Barbara Rittner angeheizt. Sie sagte, dass Sabines kraftvolles Spiel und die harten Schläge an das Power-Tennis der Gräfin erinnere. (Sport1.de)
An diesen Reaktionen der Presse kann man jedoch ablesen, dass die Sehnsucht nach einer Topspielerin im Tennis groß zu sein scheint. Hatte ich doch vor einiger Zeit geschrieben, dass man eine Lanze für den Tennissport brechen müsse. Jetzt sieht man, dass das Interesse am Hin- und Herschlagen eines gelben Balles sofort sehr hoch ist, wenn eine Deutsche siegreich ist.
Wer also ist diese Sabine Katharina Lisicki?
Sie wurde am 22.09.1989 in Troisdorf bei Bonn geboren. Sie ist 1,79m groß. Ihre Eltern stammen aus Polen und sind vor 30 Jahren nach Deutschland gekommen. Ihre Mutter Elisabeth ist Künstlerin und ihr Vater Richard ein promovierter Historiker. In der Berliner Morgenpost sagt er, dass er sich in Polen dem System hätte unterordnen müssen. Das aber wollte er nicht, also gingen die Lisickis nach Deutschland. Richard Lisicki arbeitete als Tennislehrer und studierte in Köln. Vor 6 Jahren zog die Famlie dann nach Berlin, weil Sabine dort Schule und Sport besser unter einen Hut bringen konnte. Der Vater setzt die Methoden, die er in seiner wissenschaftlichen Arbeit „Trainingsmethoden für die Entwicklung der Schlaggeschwindigkeit unter Beibehaltung der Schlagpräzision“ entwickelt hat, bei seiner Tochter um. Sie verfügt über eine starke Vorhand und einen guten Aufschlag.
In Berlin spielte Sabine für LTTC Rot-Weiß. Dort gewann sie als 12-Jährige in der Regionalliga alle ihre Spiele.
Dazu trainiert die neue Tennishoffnung auch an der berühmten Akademie von Nick Bollettieri in Florida. Dort trainierte auch schon ihr Tennisvorbild Andre Agassi.
Mit 15 Jahren bekam sie eine Wild Card für die German Open in Berlin. Ein Jahr darauf wurde sie in ihrer Entwicklung durch einen Ermüdungsbruch im Fuß erstmal zurückgeworfen. Doch sie kämpfte weiter und besiegte bei den Australian Open 2008 in der 1. Runde die heutige Weltranglistenerste Dinara Safina. Das war schon eine Überraschung. Erst in Runde 3 war Schluß für Lisicki – gegen Caroline Wozniaki.
Bei ihrem 1. Auftritt beim Fed-Cup im Februar 2008 besiegte sie Lindsay Davenport.
Im Herbst 2008 erreicht sie ihr 1. Finale in Tashkent.
Und nun der schon so berühmte Sieg in Charleston/USA. Gegnerin im Finale war wie im letzten Jahr bei den Australian Open Caroline Wozniaki. Nur entschied die Deutsche die Partie nach 6 Matchbällen dieses Mal für sich. Klar, dass sie überglücklich war. Für den Sieg bekam sie 190000 Dollar. Vorher hatte sie insgesamt 326000 Dollar erspielt. Da hat sie ordentlich was drauf gepackt.
Im Verlauf des Tuniers hat Lisicki keinen Satz abgegeben und sogar Venus Williams geschlagen.
Die Dame ist dazu auch noch Single. Bevor aber die Hoffnungen vieler Männer zu groß werden – in der Bild sagt sie, dass sie für einen Freund auch gar keine Zeit habe.
Nun ist sie um 20 Plätze nach vorne gerückt in der Weltrangliste. Ihr aktueller Platz ist der 43. Glückwunsch! Das soll aber noch lange nicht alles gewesen sein. Die Nummer 1 der Welt möchte sie mal werden. Wenn es soweit ist, lese ich auch gerne, dass sie „The next Steffi Graf“ ist.
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Vater Richard ein promovierter Historiker?
kann mich aber auch täuschen
Ich meine, er sei Sportwissenschaftler
So weit ich das herausfinden konnte, ist Richard schon in Polen Historiker gewesen. In Köln hat er wohl nochmal studiert, aber ich konnte nicht wirklich herausfinden, was er dort studiert hat. Habe aber auch gelesen, dass er auch Sportwissenschaftler sei. Seine Tennisarbeit spricht zumindest dafür.
Na und jetzt ist Lisicki drauf und dran Wimbledon zu gewinnen! Wir drücken Dir dir Daumen Sabine!