Die Deutsche Bank Skyliners kommen in der Basketball Bundesliga nicht so richtig vom Fleck. Mit der gestrigen 60:67-Heimniederlage gegen die Brose Baskets Bamberg – einem direkten Konkurrenten um eine bestmögliche Ausgangsposition für die Playoffs – hat sich der Verein quasi im Niemandsland der Tabelle festgesetzt: Dem sechsten Tabellenplatz. Nun lauern die Baskets mit nur zwei Punkten Abstand im Rücken der Frankfurter, während der Abstand nach oben vier Punkte beträgt.
„Weder Fisch noch Fleisch“, besagt bekanntlich ein Sprichwort. Dies bedeutet laut Lexikon eine „unausgegorene Mischung, die nicht weiß, wohin sie will“. Die Mannschaft der Deutsche Bank Skyliners ist so eine Mischung. Vom Talent und Potential her sind die Frankfurter eins der Topteams der Liga – sagt man. Und Gegner und Medien sprechen immer mit viel Respekt vom tiefen Skyliner-Kader. Doch in dieser Saison konnte gerade mal ein „großer“ Gegner (Oldenburg 84:53) deutlich bezwungen werden. Stattdessen Niederlagen gegen Berlin, Bonn und Göttingen – also gegen die Teams, die oben mitspielen. Und jetzt die schon abgesehene Schlappe gegen den Erzrivalen und die immer besser in Tritt kommenden Bamberger. Da hilft es auch nichts, dass in Frankfurt zehn Spieler stehen, die allesamt „Starter“, also Leistungsträger sein könnten. Denn zum Pech von Coach Murat Didin können bekanntlich nur fünf Spieler gleichzeitig auf dem Spielfeld stehen.
Also kann Didin nicht, sondern er MUSS viel rotieren, immer wieder aus- und einwechseln, um alle bei Laune zu halten. So erscheint die Begründung, die Didin einst auf die Frage gab, warum er das Talent Bahiense de Mello (der vergangene Saison – so schien es – auf dem Weg zum Durchbruch war) kaum noch einsetzt, in einem anderen Licht. Didin äußerte damals, de Mello bekomme weniger Spielzeit, da dieser wegen seines Studiums nicht alle Trainingseinheite wahrnehmen könne. Diese Begründung könnte ein willkommener Vorwand sein, um nicht noch weiter rotieren zu müssen. Vielleicht ist Didin ja ganz froh, dass er so einen Grund hat, einen Spieler weniger in die Rotation mit einzubeziehen?
Weiter kommt ein Top-Spieler wie Derrick Allen (EFF 12,9) nur von der Bank und ist trotzdem der zweitbeste Scorer (13 Pkt.) des Teams. Zwar bekundete Allen, dass er an dieser Rolle nichts auszusetzen habe, aber ob das wirklich so ist, bleibt mal dahingestellt. Jedenfalls wirkt die Mannschaft nicht unbedingt wie eine eingeschworene Gruppe, und wenn es nicht läuft – so scheint es – weiß niemand so Recht, wer das Team anführt. Die Idee, dass jeweils der Spieler die Rolle des Leitwolfs übernimmt, der just an dem Tag besonders gut drauf, heiß ist, geht bisher nicht auf.
Oft spielen die Deutsche Bank Skyliners guten Basketball. Dann müssen sie sich vor keiner Mannschaft der Liga verstecken. Doch nur partiell und keine 40, sondern oft gerade mal 30 Minuten. In nahezu jedem Spiel gibt es Phasen, in denen die Leistung einknickt, wie im Pokal gegen Berlin. Und jetzt auch gegen Bamberg: Bis zum vierten Viertel spielten die Teams (mit leichten „Schlagvorteilen“ für die Baskets) auf Augenhöhe, lieferten sich ein unterhaltsames Spiel mit vielen Ballverlusten. Doch nach drei Spielminuten im letzten Viertel gelang den Frankfurtern nicht ein Punkt, den Bambergern hingegen zehn. Die Entscheidung. Ähnlich sah es auch in den vorangegangenen Spielen aus, die die Deutsche Bank Skyliners verloren haben. Wie in Paderborn, als sie ebenfalls im vierten Viertel das Spiel nach einer Führung noch aus der Hand gaben.
Bleibt zu hoffen, dass die Deutsche Bank Skyliners wieder in die Spur finden und spätestens zu den Playoffs topfit und in Form sind und dann aus der unausgegorenen Mischung noch eine ausgegorene wird. Denn in den Playoffs werden die Karten neu gemischt. Und in einer Best-of-Five-Serie könnte die tiefe des Kaders dann auch endlich mal den entscheidenen Vorteil bedeuten.
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