IOC schafft den länderübergreifenden Fackellauf ab
Seit den Olympischen Spielen 2000 gab es ihn, den internationalen Fackellauf. Läufer beförderten eine brennende Fackel über die ganze Welt. Der Fackellauf als Prolog für die Olympischen Spiele der Moderne und Teil der Eröffnungszeremonie ist spätestens seitdem ein großer, medienwirksamer Schaulauf, der Aufmerksamkeit erregt. Dies sah man beim Internationale Olympische Komitee (IOC) anfangs natürlich gerne. Doch mit den Olympischen Spielen in Peking 2008 kam der Ärger: Demonstranten – vor allem „Free-Tibet“-Aktivisten – störten den Olympischen Fackelschaulauf und nutzten die öffentliche Bühne, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Pfui! Und das gefiel dem IOC dann wohl eher schlecht, denn mit dem länderübergreifenden Fackellauf ist jetzt Schluss. Und durch die Abschaffung wird in Zukunft die Möglichkeit einer politischen Instrumentalisierung der Spiele erschwert. Gleichzeitig jedoch werden die Olympischen Spiele weiter entpolitisiert.
Zudem will das IOC sich sich und dem Gastgeberland schlechte Publicity und unbequeme Fragen ersparen. Es sind schließlich Olympische Spiele, es geht um Sport und das hat nichts mit Politik zu tun, oder? Sport ist heutzutage eben vor allem ein Medienevent und ein bedeutender Wirtschaftssektor. Und Sportler sollen natürlich als Botschafter der Völkerverständigung und des friedlichen Wettkampfs dienen, aber darüber hinaus ist eine Verbindung zwischen Sport und Politik offensichtlich unerwünscht. Auch das haben die Spiele in Peking 2008 gezeigt: Fragen zum Menschen- und Völkerrecht in China wurden, trotz der Proteste und Demonstrationen, kaum thematisiert.
Ein nationaler Fackellauf wird einfacher zu kontrollieren sein als ein internationaler Lauf und Demonstrationen und politisch motivierte Aktionen lassen sich wohl leichter verhindern – dies dürfte zumindest die Hoffnung des IOC sein, die hinter dieser Maßnahme steckt. Dann wird es bei den Olympischen Spielen 2012 in London endlich nur noch gute Nachrichten und Publicity vom Fackellauf geben und – „piep, piep, piep“ – haben sich dann alle auch ganz lieb.
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