
Die FIA scheint Spaß am Ändern der Regeln gefunden zu haben.
Am Dienstag wurde eine neue Fahrerwertung verabschiedet. Ab diesem Jahr wird nicht mehr der Fahrer mit den meisten Punkten, sondern der mit den meisten Siegen Weltmeister. Dabei ist es völlig egal, wieviele Punkte der Fahrer gesammelt hat. Eine Ausnahme gibt es aber: Haben 2 Fahrer am Ende der Saison die gleiche Anzahl an Grand Prixs gewonnen, wird derjenige mit den meisten Punkten der neue Champion. Das Punktesystem wird wie bisher beibehalten (10-8-6-5-4-3-2-1). Bei der Konstrukteurswertung bleibt alles wie gehabt.
Noch mehr Neues.
Außerdem dürfen bestimmte Fahrer 3 zusätzliche Testtage absolvieren. Um dieses Privileg zu bekommen, darf ein Fahrer nicht mehr als 2 Formel 1 Rennen in den letzten 24 Monaten gefahren haben oder nicht mehr als 4 Testtage im gleichen Zeitraum eingelegt haben.
Zusätzlich wurden die Teams verpflichtet, einen Pressesprecher während der Rennen bereit zu stellen und die Fahrer müssen nach den Rennen sofort für Interviews zur Verfügung stehen.
Die Bezeichnungen für die Reifen werden auch wieder geändert, und zwar von „Wet-Tires“ zu „Intermediate“ und von „Extreme-Weather-Tires“ zu „Wet-Tires“.
Des weiteren wurden noch Regelungen für 2010 getroffen. Bis dahin kann sich aber einiges wieder ändern. Deshalb dazu mehr, wenn es so weit ist.
FOTA ist sauer!
Die neue Regelung soll die Fahrer zwingen, bis zum Schluß noch um Platz 1 zu kämpfen. Der zweite Platz wird abgewertet. Es kann befürchtet werden, dass die neuen Regeln auch mehr Unfälle produzieren. Die bereits beschlossenen breiten Frontflügel erhöhen das Crashrisiko beim Start und weil jetzt nur noch Siege zählen, wird es in den letzten Runden bestimmt auch öfter krachen als im letzten Jahr.
Die Teamvereinigung FOTA hatte im Vorfeld der Entscheidungen von Paris einen Vorschlag für eine neue Punktewertung abgegeben. Danach sollte der Weltmeister weiterhin über die Punkte seinen Titel ergattern können. Der erste Platz hätte einfach mehr Zähler bekommen (Punktevergabe nach Vorschlag der FOTA: 12-9-7-5-4-3-2-1). Die Fota fühlt sich nach Berichten von Motorsport Total.com übergangen und kündigt Untersuchungen an. Das vorgeschlagene Punktesystem bezeichnete FOTA-Sprecher und Ferrari-Boss Luca di Montezemolo als das von den Fans gewünschte.
Warum die FIA anders entschieden hat, bleibt fraglich. Zumal die Hälfte der Rennen total langweilig werden könnten. Wenn es blöd läuft, gewinnt ein Fahrer die ersten 9 Rennen und die Saison ist entschieden. Okay, man fährt noch um die Konstrukteurswertung. Im ungünstigsten Fall werden also 8 Grand Prixs ausgetragen, bei denen es egal ist, ob der WM-Führende mitfährt oder nicht. Wollte die Formel 1 nicht so tun, als tue sie was für die Umwelt?
Quelle: Official Formula 1 Website
Update 21.03.2009: FIA verschiebt neue Fahrerwertung
Nur 3 Tage nach der Einführung der neuen Fahrerwertung lenkt die FIA nun doch ein.
Nachdem Fahrer und Teams sich in den letzten Tagen massiv beschwert haben, wird die neue Regelung auf 2010 verschoben. Auf der offiziellen Formel 1 Website wird gesagt, dass die FIA sich zu diesem Schritt entschlossen hat, weil die Teams sich beschwert haben, dass man eine solche Regeländerung nicht erst so kurz vor dem Saisonstart ohne Einverständnis der FOTA festlegen kann. Wie die Bild berichtete, hatte sich auch der große Schumi negativ über die neue Wertung geäußert.
Ein bisschen unprofessionell wirkt das Hin und Her bei den Regeln schon. Erst wird nur 10 Tage vor dem ersten Rennwochenende etwas beschlossen, dann wird es 3 Tage später wieder zurückgenommen. Das macht zumindest nicht den Eindruck als hätte die FIA wirklich einen Plan gehabt. Trotzdem ist das überraschende Einlenken der FIA durchaus positiv zu werten.
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