Formel 1 2009 – Alles bleibt anders

FIA LogoZu jeder neuen Saison ändern sich die Regularien in der Königsklasse des Motorsports. Die am 27. März in Melbourne startende Saison jedoch wartet mit derart vielen drastischen Änderungen auf wie selten zuvor.

Die Rennwagen sehen zwar in jedem Jahr ein wenig anders aus und als Interessierter schaut man sich auch immer die Vergleichsstudien im Fernsehen an, aber wirklich auffällig sind meistens nur die neuen Lackierungen.

Wer die Autos der Saison 2009 schon gesehen hat, weiß, dass das dieses mal anders ist. Auf den ersten Blick kann jeder Laie ein Auto, dass den neuen Regeln entspricht, von denen der letzten Jahre unterscheiden. Ob die Boliden an Anmut und Schönheit gewonnen haben, bleibt, freundlich ausgedrückt, fraglich. Aber wen interessiert das? Schließlich geht es hier um Geschwindigkeit und nicht darum, das Krönchen für die schönste Karre zu tragen. Die Optik des Wagens entsteht nun mal immer durch den Kompromiss aus dem schnellstmöglichen Auto und den Regularien, an die sich die Teams zu halten haben. Das liebe Geld spielt dabei natürlich auch eine nicht unerhebliche Rolle. Deshalb lohnt sich der Blick auf die Neuerungen der Saison 2009 ganz besonders:

Die Veränderungen resultieren aus 3 Zielen, die die FIA (Dachverband des Motorsports) verfolgt.

  1. Die Rolle Aerodynamik soll verringert werden

  2. Überholen soll einfacher werden

  3. Die Rundenzeiten sollen nicht zu schnell werden

Slicks sind zurück!!

Nachdem die Slicks, also die rillenlosen Trockenreifen, nun 10 Jahre aus der Formel 1 verbannt waren, kehren sie zurück. Dadurch soll der arodynamische Grip zugunsten des mechanischen reduziert werden. Das Gripniveau steigt um ca. 20% an und die Leistung nimmt damit enorm zu. Damit die Boliden aber nicht zu schnell werden, wird dieser Leistungszuwachs durch die Aerodynamikveränderungen und weniger Abtrieb wieder abgemildert.

Die Fahrer müssen aber trotzdem weiterhin zwei Reifenmischungen (harte und weiche), die die Firma Bridgestone anbietet, während eines Rennens verwenden.

Viele Fans werden diese „Rückholaktion“ der Slicks freudig begrüßen. Denn die Slicks sind die „wahren“ Trockenrennreifen und sehen auch deutlich besser aus als die Rillenträger.

KERS

Mit KERS wird es wohl ähnlich sein wie mit HANS. Zunächst wusste kein Mensch, der nicht wirklich Motorsportenthusiast ist, was HANS sein soll. Heute weiß jeder Formel 1 Fan, dass dies die Abkürzung für „Head and Neck Support“ ist. Das ist ein Sicherheitssystem, dass den Kopf des Fahrers stabiler hält, damit er bei einem Unfall nicht so stark nach vorne gewirbelt wird.

KERS ist die Abkürzung für „Kinetic Energy Recovery Systems“. Das ist ein System, dass die kinetische Energie, die beim Bremsvorgang erzeugt wird und normalerweise ungenutzt bleibt, zurückführt. Diese gewonnene Energie kann dann durch einen Boost-Knopf auf der Geraden genutzt werden. Die Energie darf dabei entweder in einer Batterie oder in einem Schwungrad gespeichert werden. Das bringt ca. 80 extra Pferdestärken. Damit will die Formel 1 zeigen, dass auch sie in Sachen Umwelt mitdenkt.

Die Fahrer dürfen den Boost mehrmals pro Runde benutzen, aber insgesamt muss die Boost-zeit unter 7 Sekunden bleiben.

Die Teams dürfen selbst entscheiden, ob sie KERS einbauen oder nicht. Das muss gut durchdacht werden, weil das System auch Gewicht hat.

Die Motoren

Die maximal erlaubte Drehzahl der Motoren ist um 1000 U/Min reduziert worden. Jetzt dürfen die Drehzahlmesser nicht mehr über 18000 steigen.

Insgesamt darf jeder Fahrer nur noch 8 Motoren in der Saison verwenden. Für jeden weiteren Motor wird der Fahrer in der Startaufstellung um 10 Plätze nach hinten versetzt. Außerdem müssen die Rennmotoren nun auch schon am Freitag verwendet werden.

Aerodynamik

Der Abtrieb wurde drastisch reduziert und alle Anbauteile wurden verboten. Es gibt also keine Zusatzflügel, Luftleitbläche, Kiemen und Kamine mehr.

Durch Änderungen am Diffusor wird der Abtrieb reduziert.

Denjenigen, die die neuen Autos schon gesehen haben, sind bestimmt die komischen Flügel aufgefallen. Deren Größe wurde verändert. Der Frontflügel ist nun 75mm niedriger und 400mm breiter. Vor allem die Breite lässt die Flügel riesig erscheinen. Sie sind jetzt genauso breit wie das Auto inklusive Reifen. Der Flügel kann erstmals auch vom Fahrer pro Runde um 6 Grad verstellt werden.

Der krasse Gegensatz dazu, zumindest optisch, ist der Heckflügel. Er ist jetzt 250mm schmaler und 150mm höher.

Dadurch sehen die Autos vorne total breit aus und hinten dafür extrem schmal- sehr gewöhnungsbedürftig.

Vorteil durch häufiges Testen eliminiert

Testfahrten während der Saison sind jetzt komplett verboten. Alle Teams müssen ihre Boliden vor der Saison ausreichend testen. Damit auch das nicht ausartet zugunsten reicher Teams, sind die Testkilometer auf 15000 limitiert. Vorbei sind also die Testsmarathons von Ferrari, wenn es mal nicht so lief.

Safety-Car-Phasen sind wieder richtige Tankphasen

Die Fahrer dürfen wieder tanken gehen, wenn das Safety-Car auf die Strecke kommt, und zwar ohne vorher zu überprüfen, ob die Boxengasse bereits geöffnet ist. Sie ist wieder grundsätzlich während der ganzen Phase offen. Das ist durchaus sinnvoll, weil im letzten Jahr öfters während geschlossener Box getankt werden musste, weil das Safety-Car im ungünstigsten Moment rausgefahren ist. Rosberg war da auch ein Leidtragender.

Alles bleibt anders in der Formel 1. Coole Slicks, Boost-Button wie beim Videogame und völlig neue Optik. Gefahren werden dieses Jahr nur noch 17 Grand Prixs. In Kanada findet keiner mehr statt. Mal sehen, ob das auch zu mehr Überholmanövern und größeren Chancen für kleinere Teams führt. Spannend wird’s auf jeden Fall. (Quelle: Official Formula 1 Website)

Eine Antwort

  1. Finde die Formel 1 ja nicht sooooo spannend und hab es auch noch nie durchgehalten, ein volles Rennen im Fernsehen mir zu geben, aber die Neuerungen hören sich echt interessant an!!!

Eine Antwort schreiben