Werder Bremen hat mir immer wieder wundervolle Europapokalabende beschert, das Spiel gestern fügte sich nahtlos in eine Reihe fast schon vergessener Spiele ein. Leider übertrug keine deutsche TV-Station dieses Spiel, so musste ich auf einen Internetstream zurückgreifen.
Nach dem 1:1 im Hinspiel hatten die Bremer Blut geleckt, waren davon überzeugt, auch ihre Chance in Mailand nutzen zu können. Sie machten vom Anpfiff an das Spiel und hatten gegen abwartend beginnende Mailänder zunächst die besseren Chancen. Pizarro (2./19.), Diego (6./16.), Frings (9.) und Naldo (20.) verfehlten aber entweder das Ziel oder scheiterten am gut aufgelegten Dida.
Milan spielte zu Beginn eher „unauffällig“. Ein Eckball von Beckham konnte Senderos nicht per Kopf verwerten, sein Versuch verfehlte das von Vander gehütete Werder-Tor knapp (15.). Doch das Glück war auf Seiten der Hausherren.
In der 25. Minute pfiff Referee Eriksson Strafstoß, nachdem Frings im eigenen Strafraum einen Freistoß mit der Hand abgewehrt hatte, naja, muss man nicht geben. Pirlo ließ sich die Chance vom Punkt nicht entgehen und besorgte für sein Team eiskalt die unverdiente 1:0-Führung (27.). Bremen versuchte sich davon nicht aus dem Konzept bringen zu lassen und spielte weiter nach vorne. Doch das Tor schossen wieder die „Rossoneri“. Mit einem Hammer von der Strafraumgrenze unter die Latte baute Pato die Führung der Hausherren entgegen des Spielverlaufes auf 2:0 aus.
Bitter für Werder, die aber den vergebenen Chancen aus der Anfangsphase dennoch nicht nachtrauerten. Dida zeigte, zu welchen Leistungen er fähig ist: Erst vereitelte er einen Kopfball von Almeida nach Flanke von Özil mit toller Parade (37.), dann war er auch bei einem Kopfball von Tziolis auf dem Posten (41.).
Das gleich Bild auch nach der Pause, Werder drückte weiter, doch Diegos Versuch zischte am Tor vorbei, Pizarros Schuss wurde von Favalli abgefälscht (49.).
Milan machte wenig für das Spiel, sie wollten Kräfte schonen und das vermeintlich gewonnene Spiel nach Hause schaukeln. Pato versuchte zwar aus 45 Metern den Ball über den etwas zu weit vor seinem Tor stehenden Vander zu lupfen, doch der Bremer Keeper war auf dem Posten (58.).
Thomas Schaaf wechselte noch einmal aus, brachte Rosenberg für Almeida, Carlo Ancelotti ersetzte Inzaghi durch Shevchenko (61.). Boenisch kam auf Bremer Seite für Pasanen (67.). Endlich wurde Werder für das Engagement belohnt und verkürzte auf 1:2. Pizarro hatte einen langen Freistoß von der linken Seite per Kopf an Dida vorbei platziert (68.).
Bremen spielte weiter konsequent nach vorne. Ein Hammer von Boenisch von der Strafraumgrenze zischte nur knapp am rechten Winkel vorbei (71.), dann zeigte Dida eine weitere tolle Parade gegen Pizarro (73.). Pech hatte Bremen, nachdem Maldini Rosenberg im Strafraum umgeschubst hatte, Eriksson aber nicht auf Strafstoß entschied (74.).
Doch es war mal wieder einer dieser Tage der besonderen Art, Werder drückte weiter und glich durch einen weiteren Kopfball von Pizarro tatsächlich noch aus (78.). Jetzt stand Milan mit dem Rücken zur Wand und erhöhte seinerseits die Schlagzahl, Vander konnte aber mit der Faust gegen Flamini klären (82.). Kurz vor Schluss hatte Mertesacker sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß, doch er stocherte den Ball knapp über das Tor (90.).
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